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Reise ins Regenbogenland

Träumst du auch manchmal? Und wenn du träumst, ist dein Traum farbig, bunt?

Stell dir vor, du bist an deinem Lieblingsplatz zum träumen. Schliesse deine Augen. Versuche Farben zu sehen. So viele wie du kannst. Langsam bringst du ein wenig Ordnung in diese Farben. Erträume dir einen Regenbogen... Lass dir Zeit, bis dir die Farben gefallen...

Ueberlege, wann du zum letzten Mal einen Regenbogen in der Natur gesehen hast. Was war das für ein Gefühl? Wie hat es geschmeckt? Wie hat er auf dich gewirkt? Du siehst jetzt den Regenbogen und seine Farbbänder vor dir. Strahlend schon und gespannt ist der Bogen. Er ist ganz fest. Wie eine Brücke, du kannst über die Brücke gehen... nur fest daran glauben musst du schon! Probier`s! An Anfang ist dir vielleicht etwas schwindlig, deine Füsse zögern... Dein Kopf sagt: Das geht nie! Aber das Herz weiss es besser: Es geht, gut sogar! Du merkst, dass es sich wunderbar auf der breiten, bunten Himmelsstrasse laufen lässt. Die Wolken sind ganz nah, riesenhaft gross und schön. Du kannst sie berühren, wenn du willst!

Ein Wunsch wird erfüllt

Der Regenbogen spricht zu dir: “He Mädchen, ho Junge, wohin würdest du gerne gehen? Du darfst es wünschen!” Du brauchst nicht lange zu überlegen, denn du hast schon entschieden:” Bringe mich ins Land der Indianer, Regenbogen!” “Gut”, sagt der Regenbogen. “Geh einfach weiter auf meinem farbigen Band bis du am anderen Ende ankommst. Dort ist das Indianerland. “

Das Regenbogen-Tipi
Das Regenbogen-Tipi
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Du beginnst zu laufen, denn du kannst es kaum erwarten, endlich im Land deiner Träume zu sein. Du rennst was du kannst. Es fällt dir ganz leicht, ja du fliegst beinahe... Jetzt geht es schon steil bergab. Du kannst nicht mehr stehen, setzt dich auf deinen Hintern und rutschst im Höllentempo über das bunte Band hinab ins Land der Indianer...

Bums! Noch ganz im Farbenrausch stehst du auf und siehst dich um. In der Nähe siehst du ein Tipidorf. Die Zelte sind farbig bemalt. Ein Zelt ist mit Regenbogen geschmückt. Zwischen den Zelten weiden ganz friedlich die Indianerponis. Es herrscht fröhliches Treiben. Jungen und Mädchen spielen, die Erwachsenen gehen ihren Arbeiten nach. In der Ferne ist eine Trommel zu hören. Wo hast du nur diesen Klang schon gehört? Tom, tom, tom... Die Trommel zieht dich an. Sie ruft dich mit ihrem Ton. Woher kennst du das bloss?

Dir ist schwindlig. Die Sonne brennt. Du hast Durst und brauchst dringend eine Erfrischung. Jetzt erst hörst du zwischen dem Summen der vielen Insekten das muntere Plätschern eines nahen Baches. Du gehst zu ihm hin und geniesst sein ruhiges Fliessen. An einer seichten Stelle kniest du dich nieder und trinkst vom sauberen Wasser. Es ist wie ein ganz klarer Spiegel.

Das Trommeln deines Herzens

Du täuschst dich nicht.! Jetzt siehst du es ganz deutlich. Dein Herz, ... oder ist es die Trommel? Es schlägt immer schneller tom, tom, tom! Das Mädchen, der Junge, der dich ansieht hat dunkelbraune Haut, lange Zöpfe, im Haar eine wunderschön gezeichnete Adlerfeder. Und das Stirnband, wo hast du bloss dieses Stirnband schon gesehen? Jetzt ist es ganz deutlich: Es hat die Farben des Regenbogens! Du bist da, im Indianerland!

Singen und Trommeln
Singen und Trommeln
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Dein Herz klopft zum Zerspringen, aber jetzt willst du es wissen. Ganz langsam gehst du den Trommelschlägen nach. Im Zeltkreis steht sie, die grosse Trommel und ist schon von einer Schar Kinder umringt. Soeben fangen sie an zu singen. Nicht etwa Lieder die du schon kennst, nein --es sind richtige Indianerlieder. Ganz allmählich kommen dir diese Worte nicht mehr fremd vor und du singst und tanzt zusammen mit den andern Kindern um das grosse Zentrumsfeuer. Nachher teilt ihr Euch in vier verschiedene Richtungsgruppen ein. In diesen Gruppen werdet ihr von nun an täglich einige Stunden zusammen sein.

Ihr bezieht eure Tipis, bringt das Gepäck in das grosse Materialzelt und begebt euch zum ersten Nachtessen. Mmh, dieses Essen schmeckt ganz anders als zu Hause, denn es ist auf dem Feuer gekocht, aber es schmeckt köstlich. Am Abend sitzt ihr zusammen im Zeremonialtipi um das Lagerfeuer und hört Geschichten, wunderschöne Geschichten von und über die Indianer. Erst gegen Mitternacht kriecht ihr müde in eure Schlafsäcke. Aber so eine erste Nacht im Tipi, mit dem Feuer in der Mitte ist so aufregend, dass ihr noch lange nicht einschlafen könnt...

Ein neuer Tag beginnt

Am Morgen kriecht ihr müde aus den Federn, seid aber ganz gespannt, was euch noch alles erwarten wird. Ihr werde nicht enttäuscht. Nach dem Morgenessen seid ihr nun täglich bis zum Mittagessen in eurem Familienclan, einer der vier Richtungsgruppen. Da hört ihr von den verschiedenen Energien die zu euren Richtungen gehören, denn die Indianer bauen ihr ganzes Wissen auf Medizinrädern auf. Ihr unternehmt aber auch verschieden Sachen, geht an den Wasserfall, backt Brot, hackt Holz für euer Tipi und für die Küche, pflegt die Pferde,...

Im Lager hat es Tiere
Im Lager hat es Tiere
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Nach dem Mittagessen, bei dem immer einige Kinder von euch mithelfen müssen, werden verschiedene Ateliers angeboten. Da könnt ihr mit Perlen, Federn, Horn und vielen anderen Materialien arbeiten. Auch klettern und getarnte Hütten bauen wären eine Möglichkeit, reiten, eine Schwitzhütte bauen und darüber noch mehr Hintergrundinformationen bekommen. Euch wird nie langweilig!

Auch könnt ihr an verschiedenen Zeremonien Teilnehmen. Da gibt es eine Baumzeremonie, bei der man versucht, mit einem Baum zu reden. Bei der Pfeifenzeremonie seht ihr, wie die Indianer alle Richtungen ehren und die Kräfte rufen, damit ihr ein tolles Lager erleben könnt und es euch allen gut geht.

Die zwei Wochen werden viel zu schnell vorbei sein, traurig nehmt ihr Abschied voneinander, aber wer weiss, vielleicht hast du auch nächstes Jahr wieder Lust zu träumen und wagst erneut den Gang über den Regenbogen.

Christina Campolongo und Peter Kuhn